Initiative Musik hat die Frist der vierten Runde ihres Festivalförderfonds verschoben, des Bundesfonds zur Festivalförderung. Das Fenster schließt am 30. Oktober 2026 um 12:00 Uhr, nicht am 27.
Die offizielle Programmbeschreibung nannte zunächst die Phase vom 6. Oktober 2026, 12:00 Uhr, bis zum 27. Oktober, 12:00 Uhr, und vermerkt, dass diese auf den 9. Oktober, 12:00 Uhr, bis zum 30. Oktober, 12:00 Uhr, „verschoben" wurde. Die Terminseite der Organisation selbst gibt das Fenster inzwischen als „9. - 30.10." an. Die englische Version der Beschreibung veröffentlichte am 20. Oktober noch das alte Datum. Wer sich nach dem 27. richtet, liegt drei Tage neben der tatsächlichen Frist.
| Programm | Antragsfenster | Höhe | Durchführung bis |
|---|---|---|---|
| Festivalförderfonds (4. Runde) | 9. Okt. 2026, 12:00 → 30. Okt. 2026, 12:00 | 10.000 bis 50.000 € pro Projekt | 29. Feb. 2028 |
| Live 500 (4. Runde) | 27. Okt. 2026, 12:00 → 10. Nov. 2026, 12:00 | 500 € pro Veranstaltung, 6 bis 20 Veranstaltungen | 31. Dez. 2027 |
Der Fonds übernimmt bis zu 70 % der anerkannten förderfähigen Kosten, bei einem Mindesteigenanteil von 30 %. Die Förderung wird erstmals als anteilige Finanzierung gewährt: bis zu diesen 70 %, aber höchstens die tatsächliche Finanzierungslücke des Projekts. Mindestens 95 % des Budgets müssen an Festivals mit bis zu 15.000 Besuchern gehen, und mindestens 70 % der ausgewählten Festivals müssen in nicht-städtischen Gebieten stattfinden. Zugelassen sind Festivals jeden Genres oder mit mehreren Genres, ausgenommen reine klassische Musik, mit einer früheren, in Verantwortung des Antragstellers durchgeführten Ausgabe und fünf im Bezugsjahr nachgewiesenen Live-Musik-Veranstaltungen. Das ausgewertete Material nennt das Gesamtvolumen des Fonds nicht.
Live 500 richtet sich an Clubs mit «maximal 1.000 unbestuhlten Plätzen». Die eigentlich entscheidende Grenze liegt jedoch niedriger: Jedes geförderte Konzert lässt 250 zahlende Besucher zu, bei Veranstaltungen mit «überwiegend künstlerischen DJs» sind es 500. Der Eintrittspreis darf 25 Euro netto pro Person nicht überschreiten («Der maximale Eintrittspreis beträgt 25 EUR netto pro Person»). Das Programm zahlt 500 Euro pro Veranstaltung, zwischen 6 und 20, und die Hälfte davon, 250 Euro, ist der Gagenzuschuss, der an die auftretende Band oder den Künstler gehen muss. Die garantierte Gage ist Sache des Clubs: 150 Euro für Solokünstler oder 250 Euro für Duos und Bands, «zu zahlen zusätzlich zu dem durch die Förderung auszuzahlenden Gagenzuschuss i.H.v. 250 EUR». Mindestens 50 % der auftretenden Künstler müssen sich als FLINTA*, LGBTQIA*, von Rassismus oder Antisemitismus betroffene Personen oder Menschen mit Behinderung identifizieren. Die seit September 2025 geforderte Vorerfahrung richtet sich nach der Gemeindegröße: 12 Veranstaltungen bis 20.000 Einwohner, 18 von 20.001 bis 50.000 und 24 ab 50.001.
Das entscheidende Detail dafür, wer die Förderung bekommt, ist die Reihenfolge des Eingangs. Die Anträge werden «in ihrer zeitlichen Reihenfolge (nach Einreichungsdatum)» bearbeitet, mit einer 50:50-Aufteilung zwischen städtischen und nicht-städtischen Regionen. Das Fenster öffnet am 27. Oktober um 12:00 Uhr, und wer zu spät einreicht, bleibt außen vor, selbst wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind. Der Kalender drängt von beiden Seiten: Der Festivalförderfonds schließt am 30. Ein Club, der zusätzlich ein Festival organisiert, hat in derselben Woche zwei Anträge und zwei Durchführungsfristen laufen.
Initiative Musik wird von der BKM finanziert, der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien. Weitere aktuelle Entwicklungen lenken Geld in Richtung deutscher Clubs und Festivals: die GEMA-Abrechnung nach Festival-Setlists und die Debatte um den Euro pro Ticket. Solange die englische Website den Zeitversatz zeigt, lohnt sich die Arbeit mit der deutschen Seite, und wer etwas plant, sollte zusätzlich die Rechteklärung mit GEMA und GVL durchgehen.
