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Sicherheit13 min

Besucherkapazität und Sicherheit bei Veranstaltungen in Frankreich: ERP Typ L 2026

In Frankreich wird die Kapazität eines Saals mit 3 stehenden Personen pro m² berechnet, und die Nutzung eines Veranstaltungsortes für eine andere Art von Event erfordert eine Genehmigung zwei Monate vorher.

von Alejandro García Cestero

CEO und Gründer

Kurze Antwort

Die Kapazität eines französischen Saals wird nach Artikel L 3 des arrêté du 25 juin 1980 berechnet: eine Person pro Sitzplatz, eine pro 0,50 m unnummerierter Bankreihe und 3 Personen pro m² stehendes Publikum. Diese Summe, zuzüglich des Personals, bestimmt die ERP-Kategorie und die Sicherheitsauflagen.

Die Kapazität eines Saals in Frankreich legt nicht der Veranstalter und auch nicht der Vermieter fest: Sie legt Artikel L 3 des arrêté du 25 juin 1980 fest, der mit 3 Personen pro Quadratmeter stehendes Publikum rechnet. Aus dieser Zahl ergeben sich die Kategorie der Einrichtung, das vorgeschriebene Brandschutzpersonal und die Meldefristen. Dieser Leitfaden geht die fünf Texte durch, die ein Veranstalter für ein Event in Frankreich braucht: die Sicherheitsverordnung für ERP, den code de la construction et de l'habitation, die Regelung für CTS-Zelte, den code de la sécurité intérieure und das Referenzdokument für die Rettungsdienste. Alle Vorschriften wurden am 6. Oktober 2026 auf Legifrance geprüft.

Wie berechnet man die gesetzliche Besucherkapazität eines Saals in Frankreich?

Mit Verhältniszahlen, die in der Verordnung festgelegt sind, nicht mit der Betriebserlaubnis. Artikel L 3 des arrêté du 25 juin 1980 bestimmt «l'effectif maximal du public admis» (die maximale zulässige Besucherzahl), indem er in einem Veranstaltungssaal vier Posten addiert: die Personen, die auf nummerierten Sitzen oder Bankplätzen sitzen; die, die unnummerierte Bänke belegen, «à raison d'une personne par 0,50 ml» (mit einer Person pro 0,50 lfm); die, die «sans disposer de sièges ou de bancs, à raison de 3 personnes/m²» (ohne Sitze oder Bänke, mit 3 Personen/m²) teilnehmen; und die, die sich normalerweise «dans les promenoirs et dans les files d'attente, à raison de 5 personnes par mètre linéaire» (in Stehbereichen und Warteschlangen mit 5 Personen pro Laufmeter) aufhalten.

Artikel L 2 definiert die promenoirs als «toutes les surfaces propres à recevoir des personnes pouvant assister debout à des manifestations, en dehors des chemins de circulation» (alle Flächen, die außerhalb der Verkehrswege geeignet sind, stehende Zuschauer bei Veranstaltungen aufzunehmen). Das heißt: Die Verkehrsfläche zählt nicht zur Kapazität, darf aber auch nicht vollgestellt werden.

BereichVerhältnis nach Artikel L 3Praktische Umsetzung
Nummerierte Sitze oder BankplätzeAnzahl der sitzenden PersonenEine Person pro Platz
Unnummerierte Bänke1 Person pro 0,50 lfmZwei Personen pro Meter Bank
Stehendes Publikum im Saal3 Personen/m²300 Personen pro 100 m² Nutzfläche
Stehbereiche und Warteschlangen5 Personen pro LaufmeterWird getrennt vom stehenden Publikum gezählt
Cabarets4 Personen pro 3 m² SaalBühnenpodeste für Musiker und fest installiertes Mobiliar, das keine Tische oder Stühle sind, werden abgezogen
Mehrzweckhallen (L 1 § 1, e und f)1 Person/m² GesamtflächeEin Drittel des Verhältnisses für Stehkonzerte
Versammlungsräume ohne Darbietung1 Person/m² GesamtflächeWie bei der Mehrzweckhalle
MultimediaräumeAngabe des Veranstalters, mindestens 1 Person/2 m²Das Minimum schreibt die Verordnung vor

Der Sprung zwischen den Verhältniszahlen je Format ist die typische Falle. Bei 600 m² Nutzfläche ergibt das Verhältnis für Mehrzweckhallen 600 Personen, das für stehendes Publikum in einem Veranstaltungssaal dagegen 1.800 – dreimal so viel. Das ist eine eigene Berechnung anhand der beiden Verhältniszahlen aus Artikel L 3, keine von der französischen Verwaltung veröffentlichte Zahl. Das Verhältnis wählt nicht der Veranstalter: Es ergibt sich aus der Einstufung des Veranstaltungsortes. Steht im Dossier «salle polyvalente» (Mehrzweckhalle) und verkaufst du Tickets wie für ein Stehkonzert, verkaufst du eine Kapazität, die der Veranstaltungsort nicht genehmigt hat.

In welche ERP-Kategorie fällt dein Veranstaltungsort?

Das hängt von der Gesamtbesucherzahl ab, und das Personal zählt mit. Artikel R143-19 des code de la construction et de l'habitation besagt, dass «l'effectif du public est déterminé, suivant le cas, d'après le nombre de places assises, la surface réservée au public, la déclaration contrôlée du chef de l'établissement ou d'après l'ensemble de ces indications» (die Besucherzahl wird je nach Fall anhand der Anzahl der Sitzplätze, der dem Publikum vorbehaltenen Fläche, der kontrollierten Erklärung des Betreibers oder anhand der Gesamtheit dieser Angaben bestimmt). Und er fügt die Regel hinzu, die in den meisten Fällen die Kategorie verändert: «il y a lieu de majorer l'effectif du public de celui du personnel n'occupant pas des locaux indépendants qui posséderaient leurs propres dégagements» (die Besucherzahl ist um das Personal zu erhöhen, das keine unabhängigen Räume mit eigenen Ausgängen nutzt).

KategorieGesamtzahl (Publikum plus Personal)Rechtsgrundlage
1.Mehr als 1.500 PersonenArt. R143-19 CCH
2.701 bis 1.500 PersonenArt. R143-19 CCH
3.301 bis 700 PersonenArt. R143-19 CCH
4.300 Personen oder weniger, außer 5. KategorieArt. R143-19 CCH
5.Unterhalb des Mindestwerts, den die Verordnung für jeden Typ festlegtArt. R143-19 CCH

Die Auswirkung dieser Erhöhung zeigt sich an einer Zahl. Eine Tanzfläche von 230 m² für stehendes Publikum ergibt 690 Personen, was der dritten Kategorie entspricht; mit zwanzig Personen für Produktion, Bar und Sicherheit steigt die Gesamtzahl auf 710, und der Veranstaltungsort rutscht in die zweite Kategorie. Eigene Berechnung mit dem Verhältnis von 3 Personen/m² aus Artikel L 3 und den Spannen aus Artikel R143-19.

Die Eintrittsschwelle für den Typ L steht in Artikel L 1: Die besonderen Vorschriften gelten ab «100 personnes en sous-sol; 200 personnes au total» (100 Personen im Untergeschoss; 200 Personen insgesamt), und ab «20 personnes en sous-sol; 50 personnes au total» (20 Personen im Untergeschoss; 50 Personen insgesamt) bei Kinos und Kabaretts. Darunter bleibt die Einrichtung ein ERP der 5. Kategorie mit leichteren Vorschriften, hört aber nicht auf, ein ERP zu sein.

Was passiert, wenn du einen Veranstaltungsort für ein anderes als das übliche Event nutzt?

Dann brauchst du eine Genehmigung, und die Frist beträgt zwei Monate. Artikel GN 6 des arrêté du 25 juin 1980 unterstellt «l'utilisation, même partielle ou occasionnelle, d'un établissement pour une exploitation autre que celle autorisée» (die auch nur teilweise oder gelegentliche Nutzung einer Einrichtung für einen anderen als den genehmigten Zweck) einer Genehmigungspflicht, ebenso jede Veranstaltung oder Attraktion, die Risiken für das Publikum bergen kann und in der Verordnung nicht vorgesehen ist. Den Antrag stellt der Betreiber «au moins deux mois avant la manifestation ou la série de manifestations» (mindestens zwei Monate vor der Veranstaltung oder der Veranstaltungsreihe).

Diese Frist hat sich erst vor Kurzem geändert. Der arrêté du 30 octobre 2023, veröffentlicht im Journal officiel Nr. 0255 vom 3. November 2023, ersetzte im vierten Absatz von § 1 des GN 6 «quinze jours» (fünfzehn Tage) durch «deux mois» (zwei Monate). Wer noch mit einer Vorlage von vor diesem Datum arbeitet, liegt sechs Wochen zu spät.

Zwei praktische Details. Erstens: Ist der Veranstalter nicht der Betreiber des Standorts, wird der Antrag «conjointement par l'exploitant et l'utilisateur occasionnel» (gemeinsam von Betreiber und gelegentlichem Nutzer) eingereicht. Zweitens: Das Dossier hat einen festgelegten Inhalt – Art der Veranstaltung, Risiken, Dauer, genauer Standort, erwartete Besucherzahl, Dekorationsmaterialien, «le tracé des dégagements» (der Verlauf der Rettungswege) und die vorgeschlagenen zusätzlichen Präventionsmaßnahmen. Ein Lagerhaus, ein Kreuzgang oder eine Halle, die für eine Nacht in einen Saal umgewandelt werden, fallen genau hierunter.

Wie viel Brandschutzpersonal verlangt der Typ L?

Das regelt Artikel L 14 des arrêté du 25 juin 1980, der zwischen zwei Diensten unterscheidet: dem Brandschutzdienst der Einrichtung und dem «service de représentation» (Vorstellungsdienst), der während der Veranstaltung verstärkt wird. Die SSIAP-Stufen definiert der arrêté du 2 mai 2005: Für die Stelle des Brandschutzbeauftragten wird das SSIAP-1-Zertifikat verlangt, für die des Teamleiters das SSIAP-2-Zertifikat.

Einrichtung (Veranstaltungssäle)BrandschutzdienstVorstellungsdienst
1. Kategorie mit mehr als 3.000 PersonenBeauftragte gemäß Artikel MS 461 SSIAP 2 und 2 SSIAP 1, zusätzlich ein weiterer SSIAP 1 ab 6.000
1. Kategorie mit 1.501 bis 3.000 PersonenBeauftragte, die abweichend von MS 46 § 2 auch andere Aufgaben übernehmen dürfen1 SSIAP 1
2. Kategorie mit integriertem oder angrenzendem Bühnenbereich und Dekorationen der Klasse M2, C-s2, d0 oder Holz M3Ein Brandschutzbeauftragter und zwei benannte Personen1 SSIAP 1
3. und 4. Kategorie mit integriertem oder angrenzendem Bühnenbereich und Dekorationen der Klasse M2, C-s2, d0 oder Holz M3Zwei benannte Personen1 SSIAP 1
Andere EinrichtungenEine benannte PersonKeine Vorgabe

Für die Kalkulation heißt das: Der SSIAP-2-Teamleiter wird erst ab 3.000 Personen Pflicht, während ein diensthabender SSIAP 1 schon in der vierten Kategorie vorgeschrieben ist, sobald ein integrierter oder angrenzender Bühnenbereich mit Dekorationen der in Artikel L 14 genannten Klassen vorhanden ist. Eine falsch berechnete Kapazität riskiert nicht nur eine Sanktion: Sie verändert auch die Personalrechnung für den Abend. Das gilt unabhängig von den Türstehern, die dem code de la sécurité intérieure unterliegen.

Was verlangt ein Zelt oder ein chapiteau vom Typ CTS?

Ein eigenes Regelwerk ab 50 Personen. Artikel CTS 1 des arrêté du 25 juin 1980 gilt für Einrichtungen, die «destinés par conception à être clos en tout ou partie et itinérants, possédant une couverture souple» (konzeptionell dazu bestimmt sind, ganz oder teilweise geschlossen und mobil zu sein, mit einer flexiblen Überdachung), wenn «l'effectif total du public admis est supérieur ou égal à 50 personnes» (die zulässige Gesamtbesucherzahl 50 Personen oder mehr beträgt). Zwischen 20 und 49 Personen unterliegt die Einrichtung «aux seules dispositions de l'article CTS 37» (ausschließlich den Bestimmungen von Artikel CTS 37). Campingplätze und Jahrmarktattraktionen fallen nicht unter diesen Typ.

Das kommunale Verfahren ist das, was ausländische Veranstalter meist unvorbereitet trifft. Artikel CTS 31 legt fest, dass «l'organisateur de la manifestation ou du spectacle doit obtenir l'autorisation du maire» (der Veranstalter der Veranstaltung oder Darbietung die Genehmigung des Bürgermeisters einholen muss) und ihm «au moins un mois avant la date d'ouverture au public» (mindestens einen Monat vor dem Tag der Öffnung für das Publikum) vier Unterlagen zusenden muss: den Auszug aus dem Sicherheitsregister gemäß Anhang II, die Aufbaumodalitäten, die Art der Aktivität mit dem Plan der Innenaufteilung und «un descriptif des installations techniques» (eine Beschreibung der technischen Anlagen). Der Bürgermeister kann, wenn er es für nötig hält, vor der Öffnung für das Publikum eine Besichtigung durch die Sicherheitskommission verlangen.

Und es gibt noch ein weiteres Dokument, für das Ende des Aufbaus: Nach der Installation und vor der ersten Öffnung für das Publikum wird eine «attestation de bon montage» (Bescheinigung über den ordnungsgemäßen Aufbau) ausgestellt, die den Polizeibehörden zur Verfügung steht. Ohne sie steht das Zelt zwar, ist aber nicht vorschriftsgemäß.

Welche Regeln gelten für einen Veranstaltungsort im Freien?

Die des Typs PA, aber nur für Sportanlagen. Artikel PA 1 des arrêté du 25 juin 1980, im Kapitel über Freiluft-Einrichtungen, gilt für «terrains de sports, aux stades, aux pistes de patinage, aux piscines, aux arènes, aux hippodromes, etc., situés en plein air, dans lesquels l'effectif du public est supérieur à 300 personnes» (Sportplätze, Stadien, Eisbahnen, Schwimmbäder, Arenen, Pferderennbahnen usw. im Freien, in denen die Besucherzahl 300 Personen übersteigt).

Artikel PA 2 berechnet die Besucherzahl anhand der Angabe des Betreibers oder, wenn höher, anhand von Flächenverhältnissen: eine Person pro 10 m² Aktivitätsfläche auf Sportplätzen, zwei Personen pro 3 m² Eisfläche, drei Personen pro 2 m² Wasserfläche, zuzüglich des Publikums. Für die Zuschauer gelten wieder die bekannten Verhältnisse: sitzend eine Person pro Platz, bei Bänken eine Person pro 0,50 m, und in Stehbereichen 3 Personen/m² oder fünf pro Laufmeter.

Ein Festival auf einer Wiese ist für sich genommen kein ERP vom Typ PA – das ist unsere eigene Einordnung und kein Wortlaut der Verordnung. Was auf einer Wiese tatsächlich vorkommt, sind Bauten – CTS-Zelte, Tribünen, Bühnen – mit jeweils eigenem Regelwerk, sowie die im Folgenden genannten verwaltungspolizeilichen Anmeldungen. Handelt es sich bei dem Veranstaltungsort um ein Stadion oder einen Sportplatz mit mehr als 300 Zuschauern, gilt der Typ PA unmittelbar. Das ist dieselbe Aufteilung wie bei der Besucherkapazität und Sicherheit von Veranstaltungen in Deutschland, wo die VStättVO zwischen baulicher Anlage und temporärem Aufbau unterscheidet.

Wann muss die Veranstaltung bei der Behörde angemeldet werden?

Es gibt zwei unterschiedliche Anmeldungen, die man nicht verwechseln sollte. Die erste betrifft Veranstaltungen mit Gewinnerzielungsabsicht: Artikel R211-22 des code de la sécurité intérieure verpflichtet zur Anmeldung beim Bürgermeister, wenn Publikum und Personal zusammen «peuvent atteindre plus de 1 500 personnes» (mehr als 1.500 Personen erreichen können), zwischen einem Jahr und einem Monat vorher. Die Details zu diesem Verfahren stehen in unserem Leitfaden Tickets in Frankreich verkaufen.

Was dieser Leitfaden nicht erklärt, ist, was der Ordnungsdienst zu tun hat, sobald er angeordnet wurde. Artikel R211-25 zählt es auf: Unruhen verhindern, die die Sicherheit der Zuschauer gefährden, den Veranstaltungsort inspizieren, Gruppen trennen, bei Streitigkeiten eingreifen, Personen in Gefahr beistehen, die Rettungsdienste alarmieren und die Fluchtwege frei halten. Artikel R211-24 erlaubt der Behörde, diesen Ordnungsdienst anzuordnen oder zu verstärken, und verpflichtet sie, dies «quinze jours au moins avant le début de la manifestation» (mindestens fünfzehn Tage vor Beginn der Veranstaltung) mitzuteilen.

Die zweite Anmeldung betrifft die rassemblements festifs à caractère musical (musikalische Feierveranstaltungen), die Artikel R211-2 bis R211-9. Sie greift, wenn vier Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind: verstärkte Musik; eine voraussichtliche Personenzahl, die «dépasse 500» (500 übersteigt); Ankündigung durch Presse, Plakate, Flyer oder ein beliebiges Kommunikationsmittel; und ein Sicherheitsrisiko für die Teilnehmer «en raison de l'absence d'aménagement ou de la configuration des lieux» (aufgrund fehlender Einrichtung oder der Beschaffenheit des Geländes). Die Anmeldung geht an den Präfekten des Departements – in Paris und an den Pariser Flughäfen an den Polizeipräfekten – mit einem Monat Vorlauf; die Frist verkürzt sich auf fünfzehn Tage, wenn der Veranstalter zuvor eine Selbstverpflichtung zu guten Praktiken unterzeichnet hat. Erscheinen die Maßnahmen unzureichend, kann der Präfekt die Bedingungen festlegen, die er für notwendig hält.

VerfahrenAuslösende SchwelleFristRechtsgrundlage
Genehmigung für die außerordentliche Nutzung des StandortsAbweichende Nutzung, auch teilweise oder gelegentlich2 Monate vorherArt. GN 6 arrêté du 25 juin 1980
Genehmigung für den Aufbau eines ZeltsBesucherzahl ab 50 Personen1 Monat vorher, beim BürgermeisterArt. CTS 31 arrêté du 25 juin 1980
Anmeldung einer gewinnorientierten VeranstaltungMehr als 1.500 Personen, Publikum plus PersonalZwischen 1 Jahr und 1 Monat vorherArt. R211-22 code de la sécurité intérieure
Anmeldung einer musikalischen FeierveranstaltungVoraussichtlich mehr als 500 Personen, mit verstärkter Musik1 Monat, oder 15 Tage mit Selbstverpflichtung zu guten PraktikenArt. R211-2 und R211-3 code de la sécurité intérieure
Genehmigung zur Öffnung für das PublikumVor der Öffnung sowie nach einer Schließung von mehr als zehn MonatenVorherige Abnahmebesichtigung durch die KommissionArt. R143-38 code de la construction et de l'habitation

Darf dein Team am Einlass Taschen durchsuchen oder abtasten?

Nur wenn vier Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind, und die erste ist die Besucherzahl. Artikel L613-3 des code de la sécurité intérieure erlaubt Sicherheitskontrollen durch Abtasten «pour l'accès aux enceintes dans lesquelles est organisée une manifestation sportive, récréative ou culturelle rassemblant plus de 300 spectateurs» (für den Zugang zu Anlagen, in denen eine sportliche, unterhaltende oder kulturelle Veranstaltung mit mehr als 300 Zuschauern stattfindet). Durchführen dürfen sie private Sicherheitskräfte und die Mitglieder des Ordnungsdienstes, die der Veranstalter der Eventsicherheit zuweist, «titulaires d'une qualification reconnue par l'Etat et agréées par le directeur du Conseil national des activités privées de sécurité» (Inhaber einer staatlich anerkannten Qualifikation und zugelassen durch den Direktor des Conseil national des activités privées de sécurité).

Die anderen drei Bedingungen stehen im gleichen Satz: «sous le contrôle d'un officier de police judiciaire» (unter der Kontrolle eines Kriminalbeamten), «avec le consentement exprès des personnes» (mit ausdrücklicher Zustimmung der Personen) und, bei einer Durchsuchung durch Abtasten, «la palpation doit être effectuée par une personne de même sexe que la personne qui en fait l'objet» (das Abtasten muss durch eine Person desselben Geschlechts wie die betroffene Person erfolgen). Die Sichtkontrolle von Taschen ist unkomplizierter; sie zu durchsuchen erfordert die Zustimmung des Besitzers.

Derselbe Artikel regelt auch die vom Betreiber installierten Millimeterwellen-Scanner: ausdrückliche Zustimmung, Bildanalyse durch eine Person, die die betroffene Person nicht sieht, Verpixelung des Gesichts, generische Silhouetten und das Verbot, die Bilder zu speichern oder aufzuzeichnen. Für die operative Seite dieser Einlasskontrolle – wie viele Türen, wie lange jede Prüfung dauert – liefert der Leitfaden Zugangskontrolle bei Festivals die Praxiszahlen.

Welche Unterlagen müssen am Veranstaltungstag vor Ort sein?

Vier, und drei davon fordert ein Artikel mit Nummer. Die erste ist die Öffnungsgenehmigung: Artikel R143-38 des code de la construction et de l'habitation legt fest, dass «avant toute ouverture des établissements au public ainsi qu'avant la réouverture des établissements fermés pendant plus de dix mois, il est procédé à une visite de réception par la commission» (vor jeder Öffnung von Einrichtungen für das Publikum sowie vor der Wiedereröffnung von Einrichtungen, die länger als zehn Monate geschlossen waren, findet eine Abnahmebesichtigung durch die Kommission statt), und dass «l'exploitant demande au maire l'autorisation d'ouverture» (der Betreiber beim Bürgermeister die Öffnungsgenehmigung beantragt).

Die zweite ist das Sicherheitsregister. Artikel R143-44 verlangt, darin die Daten und die Art der Umbauarbeiten mit dem Namen der Auftragnehmer zu vermerken, «l'état nominatif et hiérarchique des personnes appartenant au service de sécurité» (die namentliche und hierarchische Liste der Personen des Sicherheitsdienstes), die allgemeinen und besonderen Anweisungen im Brandfall «y compris les consignes d'évacuation prenant en compte les différents types de handicap» (einschließlich der Evakuierungsanweisungen unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Arten von Behinderung), die Daten der Kontrollen und Prüfungen mit ihren Feststellungen sowie die Daten der Brandschutzübungen.

Die dritte ist das Protokoll der letzten Kontrollbesichtigung. Das offizielle Merkblatt von justice.fr zu den Brandschutzvorschriften eines ERP weist darauf hin, dass die departementale Beratungskommission für Sicherheit und Barrierefreiheit die in Betrieb befindlichen Einrichtungen alle «3 ou 5 ans» (3 oder 5 Jahre) je nach Art der Aktivität und Kategorie besichtigt, dass der Bürgermeister dem Betreiber das Protokoll mit der Stellungnahme der Kommission mitteilt und bei Gefahr die Schließung anordnen kann. ERP der 5. Kategorie ohne Beherbergung sind von diesen regelmäßigen Besichtigungen ausgenommen.

Das vierte Dokument betrifft nicht den Veranstaltungsort, sondern den Sanitätsdienst. Der arrêté du 7 novembre 2006 legt das nationale Referenzdokument für die vorausschauenden Rettungsdienste fest, in Kraft seit dem 1. Januar 2007, und sein Artikel 2 behält deren Einsatz den zugelassenen Zivilschutzverbänden vor: «seules les associations agréées de sécurité civile peuvent contribuer à la mise en place des dispositifs prévisionnels de secours» (nur zugelassene Zivilschutzverbände dürfen beim Aufbau der vorausschauenden Rettungsdienste mitwirken). Die konkrete Dimensionierung steht im Anhang, den das Ministère de l'Intérieur veröffentlicht, nicht im Text des arrêté selbst. In Spanien ist die Regelung anders und hängt von der jeweiligen Region ab, wie wir in unserem Artikel darüber erklären, wann ein Krankenwagen bei einer Veranstaltung in Spanien Pflicht ist.

Es lohnt sich auch, einen Blick auf den Bauzeitplan zu werfen. Der arrêté du 19 février 2026, veröffentlicht im Journal officiel Nr. 0045 vom 22. Februar 2026, schreibt einen großen Teil der Brandwiderstands- und Materialvorgaben der Verordnung von 1980 neu und gilt für Bauanträge, die ab dem 1. Juni 2027 eingereicht werden. Den laufenden Betrieb betrifft das nicht, wohl aber alle, die gerade einen neuen Saal planen.

Und welchen Teil der Kapazitätsregelung deckt Futura Tickets ab?

Keine Ticketing-Plattform berechnet deine gesetzliche Kapazität: Das übernehmen Artikel L 3 und das Dossier des Veranstaltungsortes. Was ein Verkaufssystem leisten kann, ist, dich nicht über die genehmigte Zahl hinaus verkaufen zu lassen und dir in Echtzeit zu zeigen, wie viele Personen durch jeden Eingang gekommen sind. Futura Tickets ist eine spanische SaaS-Ticketing-Plattform für professionelle Veranstalter, verkauft in 9 Sprachen und über 11 Länderdomains und erhebt keine Monatsgebühr: 0 € pro Monat und 0 € Einrichtungsgebühr, nur eine Provision pro verkauftem Ticket. Mit Futura Tickets gehört die Besucherdatenbank zu 100 % dem Veranstalter, was wichtig wird, wenn das Event über Grenzen hinweg verkauft wird. In ihrem Praxisleitfaden empfiehlt Futura Tickets, Kapazitätswarnungen bei 80 % und 95 % der Kapazität jeder Zone einzurichten – das ist der Spielraum, um zu reagieren, bevor die Grenze erreicht wird. Wenn du in Frankreich verkaufst, gleiche die in der Plattform eingestellte Kapazität mit der genehmigten Besucherzahl des Veranstaltungsortes ab und dokumentiere die Berechnung: Du findest das auf der Produktseite und kannst es mit der Verfolgung der Kapazität in Echtzeit in der Praxis anwenden.

Checkliste vor der Türöffnung in Frankreich

Sieben Prüfpunkte, in chronologischer Reihenfolge.

Fordere das Dossier des Veranstaltungsortes an, bevor du unterschreibst. Du brauchst den Typ (L, PA, CTS), die Kategorie und die genehmigte Besucherzahl. Ohne diese drei Angaben kannst du nicht entscheiden, wie viele Tickets du verkaufst.

Berechne die Kapazität anhand des tatsächlichen Eventformats neu. Eine Mehrzweckhalle mit 1 Person/m² und ein Stehkonzert mit 3 Personen/m² sind im Sinne von Artikel L 3 nicht dieselbe Einrichtung, auch wenn es dieselbe Tür ist.

Rechne dein Personal zur Gesamtzahl hinzu. Artikel R143-19 verlangt, die Besucherzahl um das Personal zu erhöhen, das keine unabhängigen Räume mit eigenen Ausgängen hat, und zwanzig Personen können dich in eine andere Kategorie verschieben.

Ist die Nutzung nicht die genehmigte, rechne mit zwei Monaten. Der GN 6 verlangt den Antrag «au moins deux mois avant» (mindestens zwei Monate vorher), gemeinsam von Betreiber und gelegentlichem Nutzer gestellt. Das ist die längste Frist der ganzen Liste und die, die den Termin der Ankündigung bestimmt.

Gibt es ein Zelt, schreib dem Bürgermeister einen Monat vorher. Der CTS 31 verlangt den Auszug aus dem Sicherheitsregister gemäß Anhang II, die Aufbaumodalitäten, den Innenplan und die technische Beschreibung, sowie vor der Öffnung die Bescheinigung über den ordnungsgemäßen Aufbau.

Prüfe, welche polizeiliche Anmeldung für dich gilt. Mehr als 1.500 Personen aus Publikum und Personal aktivieren den R211-22; mehr als 500 mit verstärkter Musik und öffentlicher Ankündigung den R211-2. Es handelt sich nicht um sich ausschließende Alternativen.

Beauftrage die Einlasskontrolle mit der richtigen Qualifikation. Oberhalb von 300 Zuschauern erfordert das Abtasten die Zulassung durch den Direktor des CNAPS, die Kontrolle durch einen Kriminalbeamten, ausdrückliche Zustimmung und das Abtasten durch eine Person desselben Geschlechts.

Fazit

Frankreich regelt die Besucherkapazität über Verhältniszahlen pro Quadratmeter und die Sicherheit über ERP-Kategorien, und beides wird berechnet, bevor das erste Ticket verkauft wird. Die Zahl aus Artikel L 3 bestimmt die Kategorie nach Artikel R143-19, das SSIAP-Personal nach Artikel L 14, die Fristen von GN 6 und CTS 31 sowie die Anmeldungen nach den Artikeln R211-2 und R211-22. Alles ist in offenen Quellen nachzulesen: Legifrance, die offiziellen staatlichen Merkblätter und das Referenzdokument des Innenministeriums. Für die andere Seite desselben Events – Zulassung, Mehrwertsteuer und die Abgabe des CNM – gibt es unseren Leitfaden Tickets in Frankreich verkaufen, und für den Kontext der französischen Branche die Berichterstattung über die Steuergutschrift für die darstellende Kunst in Frankreich. Wer das mit dem britischen Modell vergleicht, findet im Martyn's Law einen anderen Ansatz: Dort zwingt die Schwelle zu einer Bedrohungsbewertung, hier zu einer Flächenberechnung.

Quellen

Branchennews: Frankreich

futuratickets.fr/revista

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Häufige Fragen

Wie viele Personen dürfen in Frankreich stehend in einem Saal Platz finden?
Drei pro Quadratmeter. Artikel L 3 des arrêté du 25 juin 1980 zählt Personen, die «sans disposer de sièges ou de bancs, à raison de 3 personnes/m²» (ohne Sitze oder Bänke, mit 3 Personen/m²) teilnehmen. In den Stehbereichen (promenoirs) und Warteschlangen steigt der Wert auf fünf Personen pro Laufmeter, bei unnummerierten Bankreihen sinkt er auf eine Person pro 0,50 Meter Bank.
Welcher ERP-Kategorie entspricht in Frankreich ein Saal für 900 Personen?
Zweite Kategorie. Artikel R143-19 des code de la construction et de l'habitation ordnet Einrichtungen «de 701 à 1 500 personnes» (von 701 bis 1.500 Personen) der 2. Kategorie zu. Die Berechnung umfasst nicht nur das Publikum: Man muss «majorer l'effectif du public de celui du personnel» (die Besucherzahl um das Personal erhöhen), das keine unabhängigen Räume mit eigenen Ausgängen nutzt.
Braucht man eine Genehmigung, um ein Konzert in einem Gebäude zu veranstalten, das keine Konzerthalle ist?
Ja, mit einer Frist von zwei Monaten. Artikel GN 6 des arrêté du 25 juin 1980 unterstellt die Nutzung einer Einrichtung für einen anderen als den genehmigten Zweck – auch teilweise oder gelegentlich – einem Genehmigungsantrag, der «au moins deux mois avant la manifestation» (mindestens zwei Monate vor der Veranstaltung) einzureichen ist. Bis zum arrêté vom 30. Oktober 2023 lag die Frist bei fünfzehn Tagen.
Was muss man dem Bürgermeister vor dem Aufbau eines Zelts in Frankreich zusenden?
Artikel CTS 31 verpflichtet den Veranstalter, die Genehmigung des Bürgermeisters einzuholen und ihm «au moins un mois avant la date d'ouverture au public» (mindestens einen Monat vor dem Tag der Öffnung für das Publikum) den Auszug aus dem Sicherheitsregister gemäß Anhang II, die Aufbaumodalitäten, die Art der Aktivität, den Plan der Innenaufteilung und eine Beschreibung der technischen Anlagen zu übermitteln.
Darf ein Sicherheitsmitarbeiter das Publikum bei einem Konzert in Frankreich abtasten?
Nur unter Bedingungen. Artikel L613-3 des code de la sécurité intérieure erlaubt Sicherheitskontrollen durch Abtasten in Einrichtungen mit mehr als 300 Zuschauern, ausgeführt von Personal mit staatlich anerkannter Qualifikation und Zulassung durch den Direktor des CNAPS, «sous le contrôle d'un officier de police judiciaire et avec le consentement exprès des personnes» (unter der Kontrolle eines Kriminalbeamten und mit ausdrücklicher Zustimmung der betreffenden Personen), und durch eine Person desselben Geschlechts.
Wann muss man eine Feier mit verstärkter Musik in Frankreich anmelden?
Wenn gleichzeitig die vier Bedingungen von Artikel R211-2 des code de la sécurité intérieure erfüllt sind, darunter, dass die voraussichtliche Personenzahl «dépasse 500» (500 übersteigt). Die Anmeldung geht einen Monat vorher an den Präfekten des Departements und verkürzt sich auf fünfzehn Tage, wenn der Veranstalter zuvor eine Selbstverpflichtung zu guten Praktiken unterzeichnet hat.

Über den Autor

Alejandro García Cestero

CEO und Gründer

Gründer und CEO von Futura Tickets. Verantwortet Produktstrategie, Geschäftsentwicklung und die Beziehung zu Veranstaltern — mit dem Ziel, ihnen die volle Kontrolle über Ticketverkauf und Daten zu geben.

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